Mira Tokic

Der Duft des Alltags

Der Duft des Alltags

Ich liege im Bett, werde langsam wach und meine müden Gedanken kreisen um die vielen Termine, die heute anstehen. Es wird ein langer Tag. Ich habe meine schlaftrunkenen Augen leicht geöffnet und gehe noch einmal die einzelnen organisatorischen Schritte durch, damit auch nichts schief geht. Ich versuche dabei ruhig zu bleiben, bin aber wacher als gedacht und springe schnell auf, um noch genug Zeit für einen entspannten Start in den Tag zu haben.  Die Sonne scheint, ich öffne die Fenster und hole tief Luft. Leise schlendere ich in die Küche, um mir einen Kaffee zu kochen. Ob er mich tatsächlich wach macht, weiß ich nicht, aber der Duft, der sich in der Küche verbreitet und in meine Nase schleicht, gibt mir einen Moment zum Träumen – von meinem letzten Urlaub in der Provence.

Ich fahre mit meinem Fahrrad durch die lila Felder. Alleine. Im hier und jetzt. Mir ist alles egal. Der Duft des Lavendels macht meinen Kopf frei, ich bin fernab von Sorgen und Alltagsstress. Einfach Fahrrad fahren ohne Ziel. Ich steige ab und pflücke ein paar Lavendelblüten, um daran zu riechen. Ich atme tief ein, um alle Sinne damit zu betäuben. Eine beruhigende Wirkung soll die Blüte haben. Das kann ich jetzt gut gebrauchen. Ich fahre weiter, mein Kopf ist leer.

Plötzlich werden meine Gedanken gestört durch den Termin im Atelier. Um 14.00 Uhr. Bis dahin müssen die Schuhe fertig sein. Ich bin gespannt, wie sie der Kundin gefallen. Und dann drängen sich Gedanken an das Date von heute Abend auf. Ich bin sehr aufgeregt, muss aber die Schmetterlinge im Bauch auf später verschieben.

Nächste Station: mein geliebtes Badezimmer. Das lauwarme Wasser in der Dusche plätschert vor sich hin. Heute wird das Limette-Minze-Duschgel genommen, der Lavendelduschschaum würde mich in Sekundenschnelle wieder in die Provence hinein katapultieren. Dafür ist jetzt aber keine Zeit mehr. Ich fühle mich wie an einem Sommertag am Wasser, die Zitrusfrüchte aus dem Fläschchen küssen mich wach. Nun konzentriere ich mich noch einmal auf die Schuhe: Die Kundin wollte elegante, aber zugleich bequeme Lederschuhe mit einer individuellen Note haben. Ich hoffe, ich habe ihren Geschmack getroffen. Entschieden habe ich mich für ein bequemes Fußbett und weiches Veloursleder in braun als Schaft.

Fertig geduscht hüpfe ich ins Schlafzimmer und überlege, welches Outfit heute am besten passen würde, es muss einen Kundentermin mit einer besonderen Verabredung heute Abend verbinden. Ich entscheide mich für eine Seidenbluse mit kleinen Zitrusfrüchten und wähle dazu einen langen, sommerlichen Rock. Das müsste so passen, darin fühle ich mich am wohlsten. Mir fiel dabei die lustige Geschichte einer Freundin ein, die mal auf einem Sommerfest in einem Kleid mit Kirschmotiven Getränke verkaufte und die meisten Besucher einen Kirschsaft bestellten. 

Fertig geduscht hüpfe ich ins Schlafzimmer und überlege, welches Outfit heute am besten passen würde, es muss einen Kundentermin mit einer besonderen Verabredung heute Abend verbinden. Ich entscheide mich für eine Seidenbluse mit kleinen Zitrusfrüchten und wähle dazu einen langen, sommerlichen Rock. Das müsste so passen, darin fühle ich mich am wohlsten. Mir fiel dabei die lustige Geschichte einer Freundin ein, die mal auf einem Sommerfest in einem Kleid mit Kirschmotiven Getränke verkaufte und die meisten Besucher einen Kirschsaft bestellten.

Ich liebe die Sonne, die breiten Bürgersteige und den morgendlichen Duft in der Luft

Das Fahrrad steht im Hof. Es ist ein altes, schönes von meiner Mutter. Es riecht nach Geschichte und vielen Radtouren, die sie mit uns Kindern unternommen hat. Es fährt leicht, perfekt, um damit im Sommer durch die Berliner Straßen zu flitzen. Ich liebe die Sonne, die breiten Bürgersteige und den morgendlichen Duft in der Luft. Der schönste Teil des Weges zum Atelier ist meine kleine, eigene Lindenallee, auf dessen Boden viele verklebte Blüten verstreut liegen und ja, ich liebe es über diesen verklebten Boden zu fahren.  Im Atelier angekommen, muss ich noch die letzten Schritte am Schuh machen, bevor sie mich verlassen und zu einer neuen Besitzerin übergehen. Diese Sandalen werden in Zukunft viele Geschichten auf ihren Sohlen mitnehmen und unverwechselbar werden. Daher liebe ich Schuhe und meine kleine Werkstadt. Jeden Tag, wenn ich die Tür aufschließe, umarmt und begrüßt mich der Duft des Leders – wie ein alter Bekannter, der immer treu ist und nie von meiner Seite weicht. Altes, frisches Leder – jedes Leder hat seine eigene Note mit eigener Vergangenheit.

Die Übergabe läuft gut. Marika, die Kundin, ist glücklich, ich erleichtert. Es ist ein weiteres Projekt vollbracht, in das ich sehr viel Detailverliebtheit und Schweiß hinein gesteckt habe. Wenn es dem Kunden aber gefällt, dann bleibt nur noch die Freude übrig und die vielen Stunden in der Nacht lösen sich plötzlich auf. Marika, bringt mir als Dank noch einen selbstgemachten Apfelkuchen mit, den wir nicht länger aufheben konnten und direkt in meinem Atelier-Hinterhof probieren müssen. Unter einem Kastanienbaum sitzen wir nun da und essen einen lauwarmen Apfelkuchen. Ohne Sahne, aber das kann ich verkraften. Wir reden viel und finden uns sehr sympathisch. Sie erzählt mir, dass sie ursprünglich aus San Sebastian kommt und in Berlin die frische Meeresluft und die salzige Haut vermisse. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, schweifen doch meine Gedanken wieder zum Lavendelfeld in Frankreich ab.

Wir verabschieden uns, ich räume die Werkstadt auf und habe nun Zeit für Dich! Endlich. Den ganzen Tag musste ich dich verdrängen, verschieben, vertrösten. Und nun habe ich Zeit und möchte diese mit dir genießen. Ich möchte dich sehen, umarmen, küssen und dir viele Geschichten erzählen – und vor allem träumen. Ich habe keine Zeit mehr nach Hause zu fahren, um mich frisch zu machen. Aus meiner Tasche ziehe ich einen kleinen Flacon heraus, gefüllt mit Green Garden von Birkholz duftet er wie ein leichter Sommermorgen mit einer Leichtigkeit und Frische aus duftenden Blumen, saftigen Gräsern und exotischen Hölzern. Ich will dir nämlich gefallen, dich überraschen. Du sollst mich begrüßen und an meinem Hals riechen, mich dort küssen mit deinen weichen Lippen und deinem warmen Atem. Ich bin verliebt. Aufgeregt.

Ich rieche an deinem Hals und mir schwebt der Duft von Lavendel, Leder, Limette und Moos entgegen.

Ich sitze in einem kleinen Café an der Spree, unter einem Baum, wo es ganz ruhig ist. Da sehe ich dich und mein Herz schlägt höher, immer noch. Wie beim ersten Treffen. Du lächelst und deine Augen leuchten. Du kommst auf mich zu, drückst und küsst mich auf den Hals. Ich rieche an deinem Hals und mir schwebt der Duft von Lavendel, Leder, Limette und Moos entgegen. Da ist er, der Duft. Der perfekte Duft. Ich kann dich gut riechen. Alle Bilder von den Lavendelfeldern in der Provence über das Leder aus meinen Atelier bis hin zu einer schäumenden Brandung und der geliebten Meeresluft von Marika schießen mir blitzschnell durch den Kopf – und ein wohliges Gefühl macht sich breit. Ich weiß einfach, wieso wir perfekt zusammenpassen. Es ist ein Gefühl. Keiner duftet so gut wie du, so liebevoll, vertraut und dennoch voller Abenteuer im Nacken: Mein geliebter Mann.

Green Gardan: Ein leichter Sommermorgen
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